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Arthrose bei Hunden. Unser Diagnose-Ratgeber

Arthrose beim Hund

Was ist Arthrose beim Hund?

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die Knorpel und Knochen betrifft – und leider eine der häufigsten Erkrankungen bei unseren Vierbeinern. Schätzungsweise vier von fünf älteren Hunden sind davon betroffen. In Deutschland haben neun von zehn großen Hunden ab dem siebten Lebensjahr bereits eine Hüftgelenksarthrose – oft, ohne dass der Mensch es zunächst bemerkt.

Die Knorpelschicht, die den Knochen überzieht und eine schmerzfreie Bewegung ermöglicht, zeigt bei Arthrose deutliche Verschleißerscheinungen: kleine Risse, Unebenheiten, ein langsamer Abbau der schützenden Gelenkflüssigkeit. Die darunterliegende Knochenstruktur verändert sich, die Knochendichte nimmt zu. Es bilden sich kleine seitliche Knochenvorwölbungen – sogenannte Osteophyten –, die die Gelenkflächen verbreitern, und Zysten unter der Knorpelschicht entstehen.

Das Zusammenspiel aus Knorpel, Gelenkkapsel, Gelenkflüssigkeit und Knochen gerät aus dem Gleichgewicht. Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit sind die Folge.

Arthrose kann bei Hunden in nahezu allen Gelenken auftreten: Karpalgelenk, Zehengelenk, Sprunggelenk, Ellenbogen und Kniegelenk. Begünstigt wird sie von Alter, Körpergröße, Übergewicht, Verletzungen und Überbelastung.

Arthrose ist allerdings nicht zu verwechseln mit der Arthritis: Das ist eine Gelenkentzündung, die auch ohne vorherigen Verschleiß auftreten kann, etwa durch eine Infektion oder eine Autoimmunerkrankung.

Hinweis: Für Arthrose gibt es keine Heilung – aber sie ist sehr gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie können Hunde trotz dieser Gelenkerkrankung ein langes, aktives und lebensfrohes Leben führen.

Symptome von Arthrose beim Hund – was du beobachten kannst

Arthrose entwickelt sich schleichend über mehrere Jahre. Gerade deshalb lohnt es sich, deinen Hund im Alltag genau zu beobachten. Die ersten Anzeichen sind oft unauffällig – ein leichtes Zögern beim Aufstehen, Zurückhaltung beim Treppensteigen, ein kurzes Hinken nach dem Schlafen.

Typische Symptome beim Hund:

  • Verändertes Gangbild (z. B. Humpeln, Schonhaltung) und Steifheit in den betroffenen Gelenken – besonders auffällig beim Anlaufen nach der Ruhephase oder bei kaltem, feuchtem Wetter
  • Anlaufschmerz: Dein Hund bewegt sich nach dem Aufstehen zunächst steif, läuft sich dann aber „warm"
  • Empfindlichkeit bei Berührungen des Gelenks
  • Lecken und Beißen an den betroffenen Gelenken
  • Bewegungsunlust – dein Hund zögert beim Sprung ins Auto, meidet Treppen oder weigert sich, lange Spaziergänge mitzumachen
  • Sichtbare Schwellungen oder Überwärmung am Gelenk durch die Entzündung
  • Muskelabbau durch Schonhaltung und reduzierte Bewegung
  • Verändertes Verhalten: Rückzug, Gereiztheit, weniger Spielfreude

Beobachte deinen Hund genau! Die Veränderungen treten häufig schubweise auf. Mit fortschreitender Erkrankung verkürzen sich die Intervalle – und die Schmerzen nehmen zu. Kälte und Feuchtigkeit verstärken arthritische Beschwerden spürbar. Manche Hunde reagieren bereits auf Wetterveränderungen sensibel, bevor ein Schub richtig beginnt.

Wie kann man feststellen, ob ein Hund Arthrose hat?

Wenn du Veränderungen im Gang oder im Verhalten deines Hundes bemerkst, ist ein Tierarztbesuch der erste und wichtigste Schritt. Dein Tierarzt wird die Gelenke abtasten, den Bewegungsablauf beobachten und in der Regel ein Röntgenbild anfertigen.

Auf dem Röntgenbild sind typische Veränderungen wie Knochenenden mit Osteophyten, verschmälerte Gelenkspalten oder Veränderungen der Gelenkkapsel sichtbar. In manchen Fällen wird ergänzend eine Ultraschalluntersuchung oder eine Gelenkspiegelung eingesetzt.

Frühzeitige Diagnose macht einen großen Unterschied: Je früher die Krankheit erkannt wird, desto gezielter lässt sich die Behandlung einleiten – und desto länger bleibt dein Hund beweglich und schmerzfrei.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt helfen dabei, Gelenkschäden frühzeitig zu erkennen – besonders bei Hunderassen, die genetisch anfällig für Gelenkprobleme sind.

Ursachen von Arthrose beim Hund

Die Gelenkerkrankung entsteht nicht über Nacht. Sie ist meist das Ergebnis aus mehreren Faktoren, die sich im Laufe des Lebens deines Tieres aufaddieren.

Großen Hunden setzt der Knorpelabbau früher zu als kleinen Rassen. Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich die Regenerationsfähigkeit des Knorpels – die Gelenkerkrankung schreitet voran.

Bestimmte Hunderassen sind deutlich häufiger betroffen als andere – zum Beispiel Labrador, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Rottweiler und Bernhardiner. Anatomische Fehlbildungen wie Hüftgelenksdysplasie (HD) oder Ellenbogengelenksdysplasie (ED) fördern ebenfalls die Entstehung von Arthrose.

Bänderrisse, Meniskusschäden oder intensiver Hundesport können die Knochenenden und den Knorpel dauerhaft schädigen. Verletzungen wie ein Kreuzbandriss erhöhen das Risiko für eine spätere Arthrose erheblich.

Zu hohes Gewicht belastet die Gelenke erheblich – selbst wenige Kilo mehr können langfristig zu einer stärkeren Belastung und damit zu verstärktem Verschleiß führen. Gleichzeitig sorgt zu wenig Bewegung dafür, dass die Gelenke nicht ausreichend durchblutet und die Muskulatur nicht aufgebaut wird.

In welchem Alter bekommen Hunde Arthrose?

Es gibt keine feste Altersgrenze. Grundsätzlich kann Arthrose beim Hund in jedem Lebensalter auftreten – auch junge Hunde können betroffen sein, wenn etwa eine Fehlstellung oder eine frühere Verletzung vorliegt. Häufiger ist die Erkrankung jedoch bei älteren Hunden: Ab einem Alter von sieben Jahren steigt das Risiko bei großen Hunden deutlich an. Neun von zehn großen Hunden über sieben Jahren zeigen röntgenologische Zeichen einer Hüftgelenksarthrose – oft ohne offensichtliche Beschwerden im Alltag.

Behandlung von Arthrose beim Hund – was wirklich hilft

Arthrose ist nicht heilbar. Aber das bedeutet nicht, dass du tatenlos zusehen musst. Mit der richtigen Kombination aus Therapie, Bewegung, Ernährung und Hilfsmitteln kannst du deinem Hund ein aktives, schmerzarmes Leben ermöglichen und ihm ein Stück Mobilität zurückgeben. Ziel jeder Behandlung ist es, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Die Schmerztherapie ist ein zentraler Baustein in der Behandlung. Dein Tierarzt wird je nach Schwere der Erkrankung geeignete Schmerzmittel einsetzen. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) lindern Entzündungen und Schmerzen wirkungsvoll. Moderne Arzneimittel können chronische Arthroseschmerzen effektiv lindern und die Lebensqualität deines Hundes erheblich verbessern.

Hinweis: Gib deinem Hund niemals Schmerzmittel für Menschen – diese können für Hunde gefährlich sein. Lass dich immer von deinem Tierarzt beraten.

Physiotherapie ist eine der wirkungsvollsten Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose. Spezielle Übungen für Gelenke und Muskulatur verbessern die Beweglichkeit, erhalten die Muskelkraft und reduzieren die Belastung der betroffenen Hundegelenke. Regelmäßige Behandlungen bei einer Tierphysiotherapeutin können den Krankheitsverlauf deutlich positiv beeinflussen.

Auch Wassertherapie (Hydrotherapie) – etwa Schwimmen oder ein Laufband im Wasser – hat sich bei Gelenkerkrankungen beim Hund bewährt: Die Bewegung entlastet die Gelenke, kräftigt gleichzeitig die Muskulatur und tut vielen Hunden sehr gut.

Tägliche Bewegung ist auch für Hunde mit Arthrose wichtig. Der Schlüssel liegt in der richtigen Dosierung: Regelmäßige kurze Spaziergänge sind besser als seltene, lange Ausflüge. Gleichmäßige Auslastung hält die Gelenke geschmeidig und fördert die Durchblutung.

Soll ein Hund mit Arthrose viel laufen? Nicht unbedingt viel – aber regelmäßig. Lange Ausflüge mit vielen Sprüngen oder plötzlichen Richtungswechseln können die Gelenke überlasten. Stattdessen: kürzere Einheiten, ebenes Gelände, ruhiges Tempo.

An schlechten Tagen – bei Kälte, Feuchtigkeit oder nach einem Schub – darf die Belastung reduziert werden. Beobachte deinen Hund nach dem Spaziergang: Hinkt er, ist er steifer als vorher, oder wirkt er erschöpft? Dann war es zu viel.

Bandagen und Orthesen können die betroffenen Gelenke gezielt stützen, die Bewegung stabilisieren und Schmerzen lindern. Neopren-Bandagen wirken zusätzlich leicht wärmend – eine Eigenschaft, die viele Hunde mit Arthrose als angenehm empfinden.

Bei Arthrose im Sprunggelenk kann eine Sprunggelenkbandage das Gelenk stabilisieren und zur Schmerzreduktion beitragen. Bei Arthrose im Karpalgelenk bietet eine Karpalbandage Halt und Unterstützung. Kniebandagen sollten individuell angefertigt werden, da es ein sehr komplexes Gelenk ist.

Ein orthopädisches Hundebett ist ebenfalls ein unterschätztes Hilfsmittel: Es entlastet schmerzende Knochen und Gelenke beim Liegen, verhindert Liegeschmerzen und sorgt dafür, dass dein Hund erholsamer schlafen kann. Ein guter Schlaf unterstützt zudem den Heilungsprozess.

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren bei Arthrose – und gleichzeitig einer der Faktoren, den du aktiv beeinflussen kannst. Eine Gewichtsreduktion verringert die Gelenkbelastung spürbar. Schon ein paar Kilo weniger können dazu führen, dass dein Tier sich sichtlich leichter bewegt.

Sprich mit deinem Tierarzt über das ideale Gewicht deines Hundes und wie du es langfristig halten kannst.

Gelenkunterstützendes Futter und gezielte Nahrungsergänzungsmittel können die konventionelle Behandlung sinnvoll ergänzen. Bewährte Wirkstoffe sind:

  • Glucosamin und Chondroitin – unterstützen den Erhalt des Gelenkknorpels
  • Grünlippmuschel – bekannt für entzündungshemmende Eigenschaften
  • Teufelskralle – traditionell eingesetzt zur Unterstützung bei Gelenkschmerzen
  • Omega-3-Fettsäuren – wirken entzündungshemmend und unterstützen die Gelenke von innen
  • Hagebutte – natürliche Vitamin-C-Quelle, die die Knorpelbildung unterstützen kann

Achte beim Futter darauf, dass es hochwertige Proteine enthält und auf das Gewicht deines Hundes abgestimmt ist.

Das HerzensTier Arthrose-Pulver enthält Grünlippmuschel, Teufelskralle und Ginkgo – und eignet sich sehr gut als Dauergabe zur Unterstützung der Knorpelfunktion. Bei akuten Schüben bietet HerzensTier Arthrose akut mit extra Vitamin C aus der Hagebutte intensive Unterstützung als Kur.

Weitere Nahrungsergänzungen für Hunde

Behandlungsverlauf und Prognose

Arthrose zeigt sich in der Frühphase mit schubweise auftretenden Lahmheiten, Einschränkungen in der Bewegung und Schmerzen. Im Verlauf der Erkrankung verkürzen sich die Abstände zwischen den Schüben, die Symptome nehmen an Stärke zu. In späteren Phasen kann es auch zu Ruheschmerzen kommen.

Mit der richtigen Behandlung können Hunde viele Jahre gut mit Arthrose leben. Die Krankheit ist zwar chronisch – aber nicht tödlich. Die Lebenserwartung hängt vor allem von der Schwere der Erkrankung, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Konsequenz der Behandlung ab. Viele HerzensTiere führen trotz Arthrose ein glückliches, aktives Leben – mit etwas Anpassung im Alltag und der richtigen Unterstützung.

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Häufige Fragen zu Arthrose beim Hund

Ein Hund mit Arthrose zeigt häufig Steifheit nach dem Aufstehen, ein verändertes Gangbild und Bewegungsunlust. Er zögert, wenn er ins Auto springen soll oder weigert sich, Treppen zu steigen. Manche Hunde lecken oder beißen an den betroffenen Gelenken, andere ziehen sich zurück oder wirken gereizter als gewohnt.

Kälte und Feuchtigkeit verstärken die Schmerzen spürbar. Auch Übergewicht, Überbelastung, zu lange oder zu intensive Bewegungseinheiten und fehlende Schmerzbehandlung können die Krankheit verschlimmern. Schmerzmittel für Menschen sollten niemals gegeben werden.

Regelmäßige, kurze Spaziergänge sind besser als seltene, lange Ausflüge. Tägliche Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu erhalten und die Gelenke geschmeidig zu halten – aber die Belastung sollte dem aktuellen Befinden angepasst werden.

Es gibt kein einzelnes „bestes Mittel" – die wirkungsvollste Behandlung ist immer eine Kombination: Schmerztherapie durch den Tierarzt, angepasste Bewegung, Gewichtskontrolle, Physiotherapie und gelenkunterstützende Nahrungsergänzung. Welche Maßnahmen in welcher Kombination sinnvoll sind, entscheiden behandelnde Tierärzte gemeinsam mit dir.

Arthrose ist nicht tödlich. Mit der richtigen Behandlung können Hunde viele Jahre gut mit der Erkrankung leben. Die Lebenserwartung hängt vor allem von der Schwere der Erkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab – nicht von der Diagnose allein.

Erste Anzeichen erkennst du durch genaue Beobachtung im Alltag. Eine sichere Diagnose können jedoch nur Tierärzte stellen – in der Regel durch Abtasten der Gelenke, Beobachtung des Gangs und ein Röntgenbild. Bei Verdacht solltest du nicht abwarten.

Eine Bandage unterstützt das Gelenk, reduziert Schwellungen und lindert Schmerzen – sie gibt Halt, lässt aber eine gewisse Bewegungsfreiheit zu. Bei Arthrose kann eine Bandage deshalb sehr sinnvoll sein: Sie stabilisiert das betroffene Gelenk, ohne den Bewegungsablauf vollständig einzuschränken. Eine Orthese hingegen ist ein maßgefertigtes Hilfsmittel, das das Gelenk gezielter führt und stärker stabilisiert – zum Beispiel nach einem Kreuzbandriss oder bei ausgeprägten Fehlstellungen. Ob eine Bandage oder eine Orthese für deinen Hund die richtige Wahl ist, hängt von der Diagnose und dem Schweregrad der Beeinträchtigung ab. Dein Tierarzt kann dir dabei helfen, die passende Versorgung zu finden. → Mehr dazu in unserem Ratgeber: Knie – Orthese oder Bandage

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Bei Verdacht auf Arthrose wende dich bitte an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt. HerzensTier ist eine Werkstatt für Tierorthopädie – keine Tierarztpraxis.

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