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Bänderinstabilität

  1. Was sind Bänder und wie sind sie aufgebaut?
  2. Welche Funktionen haben Bänder?
  3. Was ist eine Bänderinstabilität?
  4. Was können Ursachen für eine Bänderinstabilität sein?
  5. Welche Symptome weisen auf eine Bänderinstabilität hin?
  6. Besonderheiten beim Hund
  7. Besonderheiten bei der Katze
  8. Besonderheiten beim Pferd?
  9. Wie kann eine Bänderinstabilität diagnostiziert werden?
  10. Welche Folgen kann eine Bänderinstabilität haben?
  11. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  12. Wie können Sie Ihr Tier zusätzlich unterstützen?

Was sind Bänder und wie sind sie aufgebaut?

Bänder bestehen aus straffen, festen, bindegewebsartigen Fasern. Kollagen ist ihr wichtigster Baustein. Sie sind sehr zugfest. Bänder stabilisieren Gelenke und begrenzen übermäßige Beweglichkeit. Sie ermöglichen Bewegung im normalen Ausmaß. Bänder verbinden Knochen mit Knochen.

Bänder sind häufig in die Gelenkkapsel integriert und verstärken diese. Sie können aber auch außerhalb der Kapsel (extrakapsulär) liegen.

Bänder ernähren sich vor allem durch Diffusion, das heißt durch die Aufnahme von Nährstoffen aus der Umgebung. Bewegung unterstützt deshalb die Nährstoffaufnahme – durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Druck und Zug, Spannungs- und Entspannungsphasen, können Nährstoffe wie von einem Schwamm aufgesogen werden.

Bände sind nur wenig durchblutet. Deshalb heilen Schäden an Bändern, wie zum Beispiel ein Riss oder eine Überdehnung, oft nur langsam.

Welche Funktion haben Bänder?

Bänder begrenzen die Beweglichkeit der Gelenke und führen die Bewegung in ökonomischen Bahnen. Es wäre nicht sinnvoll, wenn sich Gelenke in alle Richtungen fast unbegrenzt bewegen könnten. Die Bänder sorgen dafür, dass die Gelenkbeweglichkeit auf ein funktionell sinnvolles Maß begrenzt bleibt. So ist gleichzeitig Beweglichkeit und Stabilität gewährleistet.

Die Bänder unterteilen sich nach ihrer Funktion in Verstärkungsbänder, die die Gelenkkapsel verstärken, Führungsbänder, die Bewegungen führen, und Hemmungsbänder, die Bewegungen beschränken.

Was ist eine Bänderinstabilität?

Leidet ein Pferd, ein Hund oder eine Katze unter schwachem Bindegewebe, können die Bänder ihre Funktion nicht korrekt erfüllen. Sie sind zu schwach und nicht straff genug.

Bänder, die normalerweise die Bewegung begrenzen sollen, können dies nicht ausreichend. Sie erkennen das zum Beispiel an einem überstreckten Karpalgelenk: Das Vorderbein sieht aus, als wäre es nach hinten gebogen.

Auch Führungsbänder können betroffen sein. Das führt zu veränderten Bewegungsabläufen im Gelenk. Die Gelenkstrukturen verschleißen schneller – ähnlich wie bei einem Auto, das mit falschem Reifendruck fährt. Dieser Verschleiß kann sogar zu arthrotischen Veränderungen führen.

Eine Bänderinstabilität ist ein Problem, das oft an mehreren Gelenken auftritt. Gleichzeitig sind die Gelenkkapseln geschwächt, da sie ebenfalls aus Bindegewebe bestehen. Die gesamte Gelenkstruktur kann also beeinträchtigt sein.

Was können die Ursachen für eine Bänderinstabilität sein?

Eine Bindegewebsschwäche ist oft angeboren und vererbt. Häufig tritt sie bei besonders großen Hunden auf: Molosser-Rassen wie Bernhardiner, Neufundländer oder Sennenhunde sind gefährdet. Doch auch der Labrador oder der Schäferhund kann unter einer Veranlagung zur Bindegewebsschwäche leiden.

Bei Pferden ist die Neigung zu schwachem Bindegewebe vor allem bei Gangpferden und Dressurpferderassen verbreitet.

Die angeborene Bindegewebsschwäche ist schon während der Wachstumsphase erkennbar. Das schnelle Größenwachstum führt häufig zu Instabilität. Hier ist es wichtig, bei gefährdeten Tieren die Augen offen zu halten: mit optimaler Ernährung und gut angepasster Bewegung können Sie Ihr Tier gut unterstützen. Fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat!

Auch altersbedingt kann eine Bindegewebsschwäche mit Bandinstabilität entstehen. Durch Alterungsprozesse werden weniger kollagene Fasern gebildet. Gleichzeitig verändert sich die Faserstruktur: Die Bänder verlieren ihre feste Elastizität und können spröde werden.

Eine Bandinstabilität kann auch die Folge einer Verletzung sein. In diesem Fall tritt sie nur an einzelnen, zuvor geschädigten, Gelenken auf. Bei einer Überdehnung oder einem Bänderriss kann es vorkommen, dass sich das Band nicht wieder komplett regeneriert und in der Folge instabil bleibt. Deshalb ist es wichtig, bei einer Bänder- oder Kapselverletzung die Heilung gut zu begleiten. Nach der Versorgung durch den Tierarzt kann ein Tierphysiotherapeut bei der Rehabilitation helfen: genau auf Ihr Tier abgestimmte Übungen unterstützen die Wiederherstellung der Gelenksfunktion.

Welche Symptome weisen auf eine Bänderinstabilität hin?

Eine Bänderinstabilität ist meist gut zu sehen: Sie zeigt sich in optisch „ausgeleierten“ Gelenken. Sind das Karpelgelenk oder die Zehengelenke betroffen, entsteht eine Überstreckung (Hyperextension), die als Durchtrittigkeit bezeichnet wird. Das Karpalgelenk biegt sich im Stand nach hinten und gibt auch beim Gehen nach.

Bei geschwächten Bändern im Pfotenbereich, an den Zehengelenken, entsteht ein breiter Plattfuß, die sogenannte Spreizpfote.

Eine Überbeweglichkeit Richtung Beugung im Tarsalgelenk (Sprunggelenk) nennt sich Hyperflexion.

Beim Pferd betrifft die Bänderinstabilität häufig die Fesselgelenke: Durchtrittigkeit zeigt sich darin, dass die Fesseln stark nach hinten in Richtung Boden gedrückt werden („weiche Fesseln/weich gefesselt“).

Schmerzen, ein verändertes Gangbild oder zeitweises Lahmen können bei Bänderinstabilität ebenfalls auftreten.

Schwaches Bindegewebe zeigt sich häufig auch an anderen Stellen: ein hängender Bauch trotz Normalgewicht, schläfrig wirkende Augen, hängende Ohren und ein insgesamt schlaffer Ausdruck können auf eine generelle Bindegewebsschwäche hinweisen.

Besonderheiten beim Hund

Große Hunde sind anfällig für eine Bänderinstabilität an den Beinen – zum Beispiel Durchtrittigkeit am Karpalgelenk oder Spreizpfoten.

Deshalb ist es bei jungen Hunden besonders wichtig, sie angepasst zu füttern. Überfütterung sollte unbedingt vermieden werden. Übergewicht kann vor allem während des Wachstums großen Schaden anrichten. Auch die empfohlene Dauer der Spaziergänge in Abhängigkeit vom Alter sollten Sie genau beachten, um Ihren Hund nicht zu überlasten. Lassen Sie Ihren Hund möglichst wenig eigenständigTreppen laufen oder in das bzw. aus dem Auto springen.

Vorsicht bei starken Beanspruchungen, wenn bereits eine Bänderinstabilität vorliegt. Jagdhunde oder Sporthunde mit Anzeichen von Durchtrittigkeit, Hyperflexion oder Spreizpfoten brauchen bei der Arbeit besondere Unterstützung der Gelenke. Stabilisieren Sie die betroffenen Extremitäten während der Aktivität mit gut passenden Bandagen oder Orthesen.

Besonderheiten bei der Katze

Auch bei Katzen kann Bindegewebsschwäche mit Bänderinstabilität auftreten. Vor allem ältere oder übergewichtige Tiere können betroffen sein. Achten Sie – vor allem bei kastrierten Katzen – ganz besonders auf Normalgewicht und auf eine Fütterung, die an die Aktivität angepasst ist.

Für ältere Katzen eignet sich besonders ein Seniorenfutter, das auf die Bedürfnisse älterer Katzen abgestimmt ist.

Ausreichend Bewegung sorgt dafür, dass die Bänder Ihrer Katze über Diffusion gut mit Nährstoffen versorgt werden. Gleichzeitig trainiert Bewegung die Muskulatur, die die Gelenke zusätzlich stabilisiert.

Besonderheiten beim Pferd

Bei Pferden sind hohe, weite Bewegungen wünschenswert. Die Kehrseite dieser starken Beweglichkeit ist allerdings oft eine Hypermobilität und Bänderschwäche. Sichtbar wird diese Schwäche zum Beispiel an weichen Fesseln bis hin zur Durchtrittigkeit. Die Fesselgelenke sind überstreckt und wirken instabil, der Hufwinkel ist verändert.

Hier ist unter anderem die korrekte huforthopädische Behandlung wichtig. Ihr Hufschmied oder Huforthopäde kann Sie dazu kompetent beraten.

Pferde mit starker Hypermobilität machen oft insgesamt einen schlaffen Eindruck. Häufig hängt die Unterlippe, sie erschöpfen schneller, geben beim Reiten im Genick zu schnell nach und lehnen sich nicht an den Zügel an.

Pferderassen, bei denen in der Zucht ein starkes Augenmerk auf das Gangvermögen gelegt wird, sind besonders häufig von Hypermobilität und Bänderinstabilität betroffen. Friesen, PRE und Warmblüter, die als Dressurpferde eingesetzt werden, zählen zur Risikogruppe. Aber auch bei Isländern und anderen Gangpferden tritt häufig eine Hypermobilität auf.

Bei älteren Pferden kann ein Senkrücken entstehen – dies weist auf eine altersbedingte Bänderschwäche und geringe Muskulatur hin.

Wie kann eine Bänderinstabilität diagnostiziert werden?

Eine Bänderinstabilität ist oft gut sichtbar. Der Tierarzt kann viele Fehlstellungen im Stand sofort erkennen. Zusätzlich betrachtet er das Gangbild Ihres Tieres. So werden Abweichungen in der Gelenkfunktion erkennbar.

Bei einer manuellen Untersuchung der Gelenke (Untersuchung mit der Hand) kann der Tierarzt feststellen, wie stark ausgeprägt die Instabilität ist. Er bewegt die Gelenke in alle Richtungen und ertastet die Bänder. Zusätzlich überprüft und testet er den Zustand der Muskulatur.

Bildgebende Verfahren, wie zum Beispiel Röntgenbilder, können Aufschluss darüber geben, ob Folgeschäden der Instabilität vorhanden sind. Arthrotische Veränderungen oder Abnutzungen können so sichtbar gemacht werden.

Welche Folgen kann eine Bänderinstabilität haben?

Sind die Bänder instabil, können sie ihre Aufgabe – das Gelenk zu stabilisieren und Beweglichkeit zu begrenzen – nicht mehr vollständig erfüllen. Das betroffene Gelenk wird überbeweglich (hypermobil). Diese Überbeweglichkeit verursacht Fehlstellungen, wie zum Beispiel Durchtrittigkeit oder Spreizpfoten.

Die Hypermobilität kann zusätzlich zu verstärkter Abnutzung und Verschleißerscheinungen führen – bis hin zu Arthrose. Oft verändert sich auch das Gangbild, da das Tier versucht, betroffene Beine zu schonen. Dies kann die Ursache für Überbelastung der anderen Extremitäten sein.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Bindegewebsschwäche, die der Bänderinstabilität zugrunde liegt, lässt sich nur schwer behandeln, da es sich meist um ein generelles Problem handelt. Hier ist vor allem der Lebensstil wichtig: passende Ernährung mit den richtigen Nährstoffen, ausreichend Bewegung, um die Bänder so gut wie möglich zu stärken, und die Vermeidung von Inaktivität und Übergewicht sind wichtige Faktoren.

Gleichzeitig sollten Fehlbelastungen von betroffenen Gelenken vermieden werden, um schweren Folgeschäden vorzubeugen. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob beispielsweise die Versorgung mit einer Orthese, Bandage oder Pfotenschuh sinnvoll ist. Mit dieser Unterstützung ist gewährleistet, dass betroffene Gelenke nicht übermäßig belastet werden. Die Gelenkstrukturen werden geschont.

Treten begleitend Schmerzen auf, kann der Tierarzt Ihr Pferd, Ihren Hund oder Ihre Katze natürlich mit Schmerzmitteln und/oder entzündungshemmenden Medikamenten versorgen.

Bei einer stark ausgeprägten Durchtrittigkeit kann eine Operation erfolgen. Es besteht die Möglichkeit zur teilweisen oder kompletten Versteifung eines stark betroffenen Gelenks (Arthrodese). Nach der Operation schließt sich eine Rehabilitationsphase an. Bei einem versteiften Gelenk lernt Ihr Tier, mit neuen Bewegungsabläufen zurechtzukommen.

Wie können Sie Ihr Tier zusätzlich unterstützen?

Die überbeweglichen und instabilen Gelenke brauchen Schutz und müssen gestützt werden. Mit einer individuell angepassten Orthese sorgen Sie für die nötige Stabilität. Wir fertigen Orthesen für jedes Gelenk und jeden Einsatzbereich, sodass Ihr Pferd, Ihr Hund oder Ihre Katze genau die Unterstützung erhält, die nötig ist.

Die Orthese verhindert übermäßige Beweglichkeit und schützt so das Gelenk vor Folgeschäden. Schmerzen können vermindert werden, und das Gangbild verbessert sich.

Speziell bei Durchtrittigkeit ist die Karpalgelenksbandage gut geeignet, um das Karpalgelenk zu stützen und die Überstreckung des Gelenks zu verhindern. Ist zusätzlich eine Spreizpfote vorhanden, hilft ein Pfotenschuh.

Die Sprunggelenksbandage unterstützt das Sprunggelenk bei Bänderschwäche am Hinterlauf.

Wärme und Kälte können Schmerzen lindern. Eine wärmende Bandage aus Neopren oder die Kühl- und Wärmebandage, die eine Wärme-/Kältekompresse enthält, sorgen für Entspannung am betroffenen Gelenk. Sie werden einfach angelegt und mit Klett fixiert.

Bei einer akuten Verschlechterung oder zusätzlichen Entzündungszeichen wie Wärme oder Schwellung kann die Kältebehandlung mit der Kühl- und Wärmebandage helfen, den Schmerz zu reduzieren.

Eine entspannende Massage hilft Ihrem Pferd, Ihrem Hund oder Ihrer Katze bei akuten Schmerzen oder nach einer besonderen Anstrengung. Nutzen Sie unsere Wunder-Produkte für zusätzliche Effekte bei der Massage: Im Arnikawunder steckt hochkonzentrierte Arnikaessenz. Arnika kühlt und fördert die Durchblutung – das lindert Schmerzen und unterstützt den Muskelstoffwechsel.

Massieren Sie das Arnikawunder sanft in die betroffene Extremität ein. Für eine längere Einwirkzeit eignet sich der Arnikawunderwickel, der einfach um das Bein gewickelt wird.

Unser Murmelwunderöl besteht aus 100% natürlichem Murmeltieröl – ein traditionelles Heilmittel, das in der Naturheilkunde gegen Schmerzen, Entzündungen und rheumatische Beschwerden eingesetzt wird. Tragen Sie es auf das betroffene Bein auf und massieren Sie es leicht ein.

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Auch mit speziell abgestimmten Nahrungsergänzungsmitteln können Sie die Bänder und den ganzen Bewegungsapparat Ihres Tieres unterstützen und für eine gute Versorgung mit Nährstoffen sorgen. HerzensTier Bänder und Sehnen steckt voller wichtiger Inhaltsstoffe für Ihr Tier und enthält viele Nährstoffe, die es für gesundes und starkes Bindegewebe braucht. Luzerne, Brennnessel und Dextrose enthalten wichtige Vitamine und Mineralien, die das Gewebe von Bändern und Sehnen besonders unterstützen.

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